THE DEAD DON’T DIE

Der Sommer, wenn sich das Kinogeschehen aus stickigen oder heruntergekühlten Sälen unter den freien Himmel verlagert, war lange Zeit für Blockbuster reserviert. Der 4. Juli war so ein magisches Datum. Allerdings kamen die meist US-amerikanischen Filme erst nach einer wochenlangen Verzögerung in die heimischen Kinos. Heute vergeht kein Monat ohne Kinobombast und der Sommer dümpelt so vor sich hin. Bis zu Der König der Löwen (17.7.) müssen wir uns noch etwas gedulden. Once Upon A Time in Hollywood und Toy Story 4 (14. und 15.8.) kommt gar erst zum Feiertagswochenende mitten im August zu uns.

Kurzkritik

In der Abteilung der seichten Kinounterhaltung gibt es gerade aber auch abseits von Tschinbum eine Alternative. Alle, die finden, dass Gozilla & Co eine unglaubliche Verschwendung von Humanressourcen darstellen und darüber hinaus viel zu schnell unterwegs sind, haben mit The Death Don’t Die ihre leichte langsame Sommerkomödie. Die reißt jetzt auch niemanden vom Hocker aber es macht trotzdem Spaß dem sympathischen Ensemble bei der Arbeit zuzusehen.

Bill Murray, Adam Driver und Cloe Savigny sind als Polizistentrio in der Provinz auf Zombiejagd. Tilda Swinton als säbelschwingende Bestatterin hat sichtlich Freude an ihre grotesk überzeichneten Rolle. Tom Waits brilliert als Einsiedler und Caleb Landry Jones beweist einmal mehr, dass man sich seinen Namen wird merken müssen. Iggy Pop spielt sich – fast – selbst und mimt einen Kaffee-Junkie-Zombie. Für viele dürfte es der Erstkontakt mit Selena Gomez sein. Sie ist in einer kleinen Rolle als Hipster zu sehen und hat im echten Leben mehr als 1.5 Millionen Jünger bei Instagram.

The Death Don’t Die schöpft seine ironische Kraft aus der Wiederholung, die Jarmusch regelrecht zelebriert. Wenn jemand meint, das ist alles todlangweilig, dann ist er bei Jarmusch sowieso komplett falsch. Das Problem ist nämlich nicht das Tempo, sondern dass die Zombie-Komödie dem Genre nichts hinzuzufügen hat. Wenn man davon absieht, dass der Auslöser für das ganze Schlamassel die Auswirkung des für die Umwelt fatalen „Polarfracking“ ist.

Was bleibt ist der Charme der Lieblingsschauspieler von Jim Jarmusch. Wenn der Kult- Regisseur ruft, geht man eben ins Kino. Genauso wie der Name schon reicht, um als Eröffnungsfilm bei den Filmfestspielen von Cannes starten zu können. Ein Delikatesse wie Only Lovers Left Alive oder Paterson bekommt man diesmal nicht serviert.

JIM JARMUSCH | USA 2019 | 105 Min | 3 out of 5 stars


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