V19climb01

Kurzbericht von der Viennale 2019

Zum Abschluss ein Film über eine ungewöhnliche Männerfreundschaft. Ungewöhnlich ist in The Climb aber nicht nur die Beziehung zwischen Kyle (Kyle Marvin) und Mike (Michael Angelo Convino), sondern die Entstehungsgeschichte ebenso wie die Umsetzung. Ausgehend von einer Idee für einen Kurzfilm, die nun der Beginn des Filmes ist, haben die beiden Freunde in zwei Monaten das Drehbuch zu The Climb geschrieben.

Unterteilt in 8 Kapitel erstreckt sich die Handlung über mehrere Jahre, in denen wir Höhen und sehr viele Tiefen dieser Beziehung zu sehen bekommen. Wobei Mike hier die Rolle des impulsiven und unberechenbaren Parts über hat und man sich immer wieder fragt, warum Kyle überhaupt mit ihm befreundet ist. Etwa, nach dem Mike gleich zu Beginn gesteht, dass er mit seiner zukünftigen Frau geschlafen hat. Es wird nicht das letzte Mal sein, dass Mike sich zwischen Kyle und eine Frau stellt aber deren Beziehung scheint das auszuhalten.

Der Film hat etwa 15 Szenen, die jeweils ohne Schnitt aufgenommen wurden. Die Kameraarbeit ist dabei sowohl präzise wie originell. Mal beobachtend und dann wieder mitten im Geschehen. Auch der Ton ist besonders hinsichtlich des Entstehungsprozesses sehr gelungen.

Marvin und Convino standen nach der Vorstellung für ein Q&A zur Verfügung und es war einer jener Momente, wo diese halbe Stunde nicht nur aufschlussreich war, sondern den Film als solchen noch bereichert hat.

Die beiden Filmemacher nennen Altman, Rohmer oder Sautet als Vorbilder. Sie lieben den französischen Film und Chansons. All diese Einflüsse sind zu spüren und doch haben sie mit The Climb etwas neues geschaffen, nämlich ein erfrischendes Buddymovie, der uns nicht nur zum Lachen bringt sondern auch ein autentisches Leinwandduo präsentiert, bei dem die Chemie einfach stimmt.

[Ö-Start: 08.05.2020]


Neueste Beiträge auf THE REEL THERAPIST

▶︎ DORA UND DIE GOLDENE STADT

▶︎ PARASITE

▶︎ JOKER

▶︎ A TOY STORY: ALLES HÖRT AUF KEIN KOMMANDO

▶︎ DER KÖNIG DER LÖWEN

Leave a Comment