★★★★
Mit Chiwetel Ejiofor, Renate Reinsve, Lukita Maxwell Regie Kane Parsons
Ab 16 Jahren Länge 110 Minuten
Kann ein 21-jähriger Youtuber einem Regiealtmeister die Stirn bieten? Es ist eine aufgelegter Vergleich, wenn das Regiedebüt von Kane Parsons zeitgleich wie DISCLOSURE DAY von Steven Spielberg in die Kinos kommt. An den Kinokassen hat der Newcomer die Nase vorne. Aber was bietet uns BACKROOMS?

Kurzkritik
Die Vorgeschichte: Die Geburtsstunde der Backrooms geht vermutlich auf einen Tag im Jahr 2019 zurück, an dem sie in einem Internetforum zum ersten Mal Erwähnung fanden. Sie entwickelten sich zu einer Urban Legend, die sich im Jahr 2022 der damals 17-jährige Youtuber Kane Parsons (als Kane Pixels) zu eigen machte. Diese Hinterzimmer sind endlose und meist leere Labyrinthe, in die man durch eine Art Fehler in unserer Wirklichkeit hinübertreten kann.
Für eine Youtube Serie erlernte Parsons den Umgang mit einer 3D-Software und entwarf fortan unendliche gelbe und mit Leuchtstoffröhren erhellte Bürolabyrinthe. Im Zuge der Produktion erzeugte er einen körnigen an VHS Recorder erinnernden Look und schuf so eine Serie von found footage Filmen, rund um ein fiktives Forschungsinstitut, angesiedelt im Jahr 1990. Neben den surreal wirkenden Räumen erzeugt die Ich-Perspektive der Kamera zusätzlich eine unheimliche Atmosphäre, da sie das Blickfeld des Publikums stark reduziert, so als befände man sich selbst vor Ort.
Millionen Klicks später bringt nun A24 die Backrooms in Spielfilmlänge in die Kinos. Das Drehbuch stammt von Roberto Patino und Will Soodik und rückt Clark (Chiwetel Ejiofor) in den Mittelpunkt. Der arbeitet in einem heruntergekommenen Möbelgeschäft, in dem er auch wohnt, nachdem ihm seine Frau rausgeworfen hat. Im Keller entdeckt er ein Portal zu den Backrooms.
Auf jeden, der die Räume betritt, scheinen sie eine unbeschreibliche Faszination auszuüben. Obwohl hinter jeder Ecke Gefahr lauern und man sich zudem leicht verirren könnte, dringen die Besucher immer weiter vor. Naturgemäß glaubt ihm seine Therapeutin Dr. Mary Kline (Renate Reinsve) seine Geschichte nicht. Erst als Clark spurlos verschwindet, macht sie sich auf die Suche.
Das um und auf der Backrooms sind deren visuelle Gestaltung. Selbst das riesige nur spärlich ausgestattete Möbelgeschäft passt sich dem Stil an und schafft eine beklemmende Atmosphäre, der man in deutlich unter 2 Stunden Spiellänge kaum entkommen kann. Für den Spielfilm wurde ein mehrere tausend Quadratmeter großes Set konstruiert und mit CGI ergänzt. Das Setdesign von Backrooms ist bemerkenswert. Immer wieder tun sich neue Räume auf, die meist leer sind und wenn nicht, dann mit verstörenden Details überraschen.
Trotz des Fokus auf die atmosphärische Spannung ist Backrooms ein kurzweiliges Gruselvergnügen. Die Handlung selbst tritt in den Hintergrund und wird nur jene zufrieden stellen, die nicht jede Erklärung auf dem Silbertablett präsentiert bekommen möchten.
Jede Generation verdient ihr BLAIR WITCH PROJECT (USA 1999). Parsons Backrooms werden wohl noch viele Jahre vor den heimischen TV-Geräten für unheimliche Filmabende sorgen. Steven Spielberg war 24 Jahre alt, als 1971 mit DUEL sein erster Spielfilm ins Fernsehen kam. Ebenso ein minimalistisch inszenierter Film. Ob Kane Parsons Spielberg handwerklich das Wasser wird reichen können, wird die Zeit weisen. Der große Geschichtenerzähler Steven Spielberg hat gerade trotz eines durchschnittlichen Stoffes wieder bewiesen, dass er es mit bald 80 Jahren immer noch drauf hat.
BACKROOMS (USA 2026),
Ab 16 Jahren Länge 110 Minuten
Regie Kane Parsons Drehbuch Roberto Patino und Will Soodik Kamera Jermey Cox Schnitt Greg Ng
Musik Edo van Breemen, Kane Parsons Mit Chiwetel Ejiofor, Renate Reinsve, Lukita Maxwell

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