★★★★ ½
Mit Michael Johnston, Inde Navarrette Regie Curry Baker
Ab 16 Länge 109 Minuten
Ein Wunsch mit fatalen Folgen und alles nur für die Liebe. Regisseur Curry Baker ist mit Obsession – Du sollst mich lieben ein feiner Horrorfilm gelungen. Warum ihr ins Kino gehen solltet, auch wenn ihr mit Horror nicht viel am Hut habt, das erfahrt ihr hier.

Kurzkritik
Am Anfang steht ein Wunsch, der nur allzu menschlich ist. Bear (Michael Johnston) ist verliebt, doch von seiner Arbeitskollegin Nikki ( Inde Navarrette) kommen kaum Signale, die den Schluss zuließen, dass diese Liebe auf Gegenseitigkeit beruht. Kurzerhand wünscht sich Bear mit Hilfe eines „One Wish Willow“ aus einem Esoterikladen, dass Nikki nichts mehr liebt auf der Welt als ihn.
Es ist ein folgenschwerer Wunsch, denn das Ding funktioniert tatsächlich. Näher betrachtet kann der harmlos anmutende Wunsch wörtlich genommen nämlich nur zu einer gefährlichen Obsession führen. So hat sich das Bear nicht vorgestellt. Was tun? Schließlich hat jeder nur einen Wunsch frei. So richtig glauben schenken mag ihm natürlich auch niemand. Hätte er doch lieber das Kleingedruckte gelesen.
Was kein leichtes Unterfangen gewesen wäre, denn der Überraschungshit von Curry Baker ist durchwegs von einer schummrigen Stimmung durchzogen. Im Kinosaal wird sich möglicherweise des Öfteren der Wunsch breit gemacht haben, dass Bear doch bitte endlich einmal zu Hause einen Lichtschalter betätigen könnte. Die Bilder von Kameramann Taylor Clemons tragen maßgeblich zur beklemmenden Stimmung bei.
Die Lage eskaliert, dass es nur so eine Freude ist. Curry Baker ist mit Obsession – Du sollst mich lieben ein atmosphärisch dichter Horrorfilm gelungen, witzig und clever obendrein. Der Regisseur setzt bei seinen Darstellern auf Newcomer und hat damit einen großen Erfolg gelandet.
Sehr zur Freude der ganzen Branche, ist es nun endlich gelungen, an das erfolgreiche Kinojahr 2019 anzuschließen und dabei nicht nur das alte Publikum zurückzuholen, sondern gerade die Generation des Regisseurs von den Vorzügen eines Kinobesuchs zu überzeugen. Baker aber auch Regisseur Keane Parsons (Backrooms) scheinen eine Lücke zu füllen und twentysomethings etwas zu bieten, dass zum kollektiven Erlebnis wird.
Der schwarzhumorige Horrorfilm Obsessions . Du sollst mich lieben bietet auch die Grundlage zu Diskussionen darüber, wie man sich im Zustand der absoluten Verliebtheit verhält, wieviel von der alten Nikki noch in ihr steckt und ob sie Bear auch so geliebt hätte.
Auch wenn das Publikum dort und da die Augen hinter den Händen verstecken wird – das gehört doch dazu! – lohnt sich ein Kinobesuch. Obsessions – Du sollst mich lieben bleibt spannend bis zuletzt.
Wer auch immer für Übersetzungen von Filmtitel zuständig ist, man sollte diejenigen davon abhalten ihre „kreative“ Ader ausleben zu können und den Titeln etwas anzudichten. Es wirkt nicht nur billig, sondern ist völlig unnötig.
OBSESSION (USA 2025)
Ab 16 Länge 109 Minuten
Regie Curry Baker Drehbuch Curry Baker Kamera Taylor Clemons Schnitt Curry Baker
Musik Rock Burwell Mit Michael Johnston, Inde Navarrette

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