★★★★ ½
Mit Sandra Hüller, Caro Braun Regie Markus Schleinzer
Ab 14 Länge 93 Minuten
Eines Tages taucht Soldat verkleidet in einem Dorf auf und stellt Ansprüche auf ein Grundstück eines gefallenen Kriegskameraden. Er ist ein Kriegsheimkehrer und sieht sich als rechtmäßigen Erben und er ist eigentlich eine Frau namens Rose, die sich in der Rolle eines Mannes ein besserer Leben erhofft. Folglich kommt es zu einer arrangieren Ehe mit Susanna, die auch noch schwanger wird. Einer glücklichen Zukunft scheint nichts im Wege zu stehen.

Kurzkritik
Es ist die Zeit des Dreißigjährigen Krieges in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts, in der die Geschichte von Markus Schleinzer und Alexander Brom angesiedelt ist. Mit den Vorbereitungen gingen intensive Recherchen einher, bei denen sie auf zahlreiche Berichte von als Männer verkleidete Frauen stießen. Die Geschichte von Rose ist kein konkretes Schicksal, soll aber stellvertretend für viele andere gelesen werden. Schleinzer und Brom waren um größtmögliche Authentizität bemüht. Eine Erzählstimme unterstreicht den Charakter eines Berichtes, ganz so, als hätte es Rose wirklich gegeben.
Jene Inbrunst, die in die Vorbereitungen gesteckt wurde, ist nun auch im Film ROSE zu spüren. Markus Schleinzer macht keine halben Sachen. Jede Einstellung scheint wohl überlegt und ist dank der betörend wie düsteren Bilder von Kameramann Gerald Kerkletz ein Gedicht (wer weiß, vielleicht hören wir im kommenden Jahr bei den Oscars wieder von ihm!) – in schwarzweiß, weil alles andere lenke von der Geschichte ab.
Dass man nicht abgelenkt wird, dafür sorgen Sandra Hüller als Rose und erstmals Caro Braun als Susanne. Hüller mimt die Hosenrolle mit einer Selbstverständlichkeit, die ihres Gleichen sucht. Braun gelingt es neben ihr bravourös zu bestehen.
Markus Schreinzers Einflüsse kann man seiner Biografie entnehmen. Als Casting Director und Assistent von Michael Haneke, ist dessen Handschrift nicht zu übersehen. Das ist zweifelsohne als Kompliment zu verstehen. Bei der Wien Premiere saß Haneke im Publikum und so mancher sah sich an DAS WEIßE BAND erinnert.
Roses Geschichte liegt 400 Jahre zurück. Frauen die in Hose geschlüpft sind, um sich in einer von Männer dominierten Welt einen Vorteil zu verschaffen gab es immer wieder und gibt es bis heute. Selbst wenn die Rechte für Frauen im Laufe der Zeit freilich gestärkt wurden, wohnt ROSE eine Aktualität inne, die zu denken gibt. ROSE reiht sich in den Kanon großer österreichischer Filme ein und sollte nicht im Kino verpasst werden!
ROSE (D/A 2026)
Ab 14 Länge 93 Minuten
Regie Markus Schleinzer Drehbuch Markus Schleinzer, Alexander Brom Kamera Gerald Kerkletz Schnitt Hansjörg Weißbrich
Musik Tara Nome Doyle Mit Sandra Hüller, Caro Braun

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