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Mit Hanns Zischler, Sandra Hüller, August Diehl, Devid Striesow, Joachim Meyerhoff
Regie Paweł Pawlikowski Ab 14 Länge 82 Minuten
Deutschland 1949. Thomas Mann kehrt erstmals aus den USA zurück, um in Frankfurt am Main und in Weimar anlässlich des 200. Geburtstages von Goethe jeweils einen Preis entgegenzunehmen. Mit feinen und klugen Veränderungen und Verdichtungen schafft Regisseur Paweł Pawlikowski ein kleines Porträt über das Deutschland der Nachkriegszeit und eine Dichterfamilie, die untrennbar mit dem Land verbunden ist.

Kurzkritik
Thomas Mann, gespielt mit einer beeindruckenden Unnahbarkeit von Hanns Zischler, glaubt über den Dingen zu stehen. Gemeint ist sein Werk und seine Person. Im Gründungsjahr von BRD und DDR sollen seine Reden die Menschen wachrütteln. Das geteilte Deutschland als das, was es ist darstellen: einen Fehler der Geschichte, der der unteilbaren Einheit Deutschlands zuwider steht.
Begleitet wird das Familienoberhaupt von seiner Tochter Erika. Eine dramaturgische Veränderung Pawlikowski. Tatsächlich kam Manns Ehefrau Katia mit nach Deutschland. Sandra Hüller verkörpert Erika Mann, in diesem für sie bedeutendsten Filmjahr ihrer Karriere, als pflichtbewusste Tochter, die wie ihr Vater mit der Heimatlosigkeit hadert und auf der Reise mit ihrer Vergangenheit konfrontiert wird. Sie trifft auf ihren ehemaligen Ehemann Gustav Gründens (Joachim Meyerhoff), der bekanntlich nicht emigrierte und sich dem NS-Regime andiente. In dieser Szene verdichten sich die Bruchlinien des Nachkriegsdeutschlands. Grandios gespielt und, wie an mehreren Stellen des Filmes, mit einem sehr komischen Unterton.
So auch, als die Enkel Wagners um ein gutes Wort Thomas Manns für die Wiederaufbau Bayreuths bitten: Weiß doch selbst Mann die bedeutende Musik Richard Wagners zu schätzen. Der antwortet aber lapidar mit: „Die Musik ist nicht das Problem.“
Paweł Pawlikowski wählte für VATERLAND neuerlich das 4:3 Format in schwarzweiss und begrenzt seine Erzählung auf unter 90 Minuten. Eine Verengung in Form und Zeit sozusagen, die wie ein Brennglas auf offene Wunden zeigt. Schon in der ersten einleitenden Szene mit Klaus Mann (August Diehl), in der er mit seiner Schwester telefoniert, wird der ganze Schmerz der Familie Mann und ihre Beziehung zu Deutschland deutlich.
1949 nimmt sich Klaus Mann das Leben. In VATERLAND fällt dies in die Zeit der Deutschlandreise. Erika ist erschüttert. Ihr Vater voll stoischer Kälte und Unverständnis. Bis zur letzten Szene, wo all der Schmerz doch nicht ganz verborgen bleiben kann.
VATERLAND (POL/D/I/FR 2026),
Ab 14 Länge 82 Minuten
Regie Paweł Pawlikowski Drehbuch Paweł Pawlikowski, Hendrik Handloegten Kamera Łukasz Żal Schnitt Paweł Pawlikowski, Piotr Wójcik
Musik Marcin Masecki Mit Hanns Zischler, Sandra Hüller, August Diehl, Devid Striesow, Joachim Meyerhoff

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