★★★★
Mit Timothée Chalamet, Gwyneth Paltrow, Odessa A’zion, Kevin O`Leary Regie Josh Safdie
Ab 14 Länge 150 Min.
Dieser Tage pilgert das Publikum Richtung Programmkinos, in denen sich lange Schlangen vor den Kinokassen bilden. Alle wollen den Star der Stunde sehen: Timothée Chalamet darf getrost so bezeichnet werden. Seine Darstellung eines kleinkriminellen Tischtennisspielers in MARTY SUPREME hat ihm viel Lob eingebracht und bei den Oscars 2026 geht er als Favorit ins Rennen. Es ist mit nur 30 Jahren seine bereits dritte Nominierung als Hauptdarsteller.

Kurzkritik
Da die Safdie Brüder Josh und Benny gerade solo unterwegs sind, haben sie uns in den vergangenen Monaten gleich mit zwei Filmen beglückt: The Smashing Maschine von Benny Safdie lief im vergangenen Jahr bei uns im Kino (Die letzte gemeinsame Arbeit Der Schwarze Diamant liegt schon sieben Jahre zurück und ist bei Netflix verfügbar).
MARTY SUPREME ist zugänglicher als die vorangegangenen Filme der Safdie Brüder und spricht ein breiteres Publikum an. Trotzdem mit klarer Handschrift aber eben weniger fordernd (einzig die Laufzeit erfordert etwas Geduld). Wie schon mit Robert Pattinson abermals ein Jungstar als Hauptdarsteller und das in einer ungewöhnlichen Rolle. Timothée Chalamet, der sich jahrelang akribisch auf die (präzise gescripteten) Tischtennissequenzen vorbereitet hatte, spielt mit vollem Körpereinsatz einen witzigen Draufgänger mit Hang zur Selbstüberschätzung und mit einer Vision, die der Schuhverkäufer zielstrebig verfolgt. Wir haben es hier auch mit keinem klassischen Sportfilm oder Biopic zu tun. Teilweise spielt Tischtennis überhaupt nur eine Nebenrolle. Bei Safdie regiert das Chaos, das er aber immer unter Kontrolle hat.
Es ist eine Gelegenheit für ein paar Neuentdeckungen. Der kanadische Unternehmer Kevin O`Leary gibt sein Schauspieldebüt als Ehemann einer von Gwyneth Paltrow gespielten Hollywood Diva. Für Paltrow es die Rückkehr auf die große Leinwand und die erste Rolle Abseits der Marvel Filme seit vielen Jahren. Auch Odessa A’zion sollte man sich merken. Abel Ferrara hat einen Auftritt. Alles in allem eine gelungene Ensembleleistung.
MARTY SUPREME ist ein witziges wie energetisches Kino, wie man es von Josh Safdie gewohnt ist: eine rastlos bewegte Kamera, dichte Bildkompositionen und ein Protagonist, der selbstverschuldet von einem Unglück in nächste schlittert. Allerdings lässt Safdie diesmal einen Hoffnungsschimmer am Horizont erscheinen. Ist Marty Hauser doch nicht ganz verloren?
MARTY SUPREME (USA 2025),
Ab 14 Länge 150 Min.
Regie Josh Safdie Drehbuch Ronald Bronstein, Josh Safdie Kamera Darius Khondji Schnitt Ronald Bronstein, Josh Safdie Musik Daniel Lopatin Mit Timothée Chalamet, Gwyneth Paltrow, Odessa A’zion

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