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In zahlreichen Film- und Fernsehadaptionen musste die Romanfigur Sherlock Holmes schon einiges über sich ergehen lassen. Vorläufiger Höhepunkt war aber die BBC-Serie Sherlock mit Benedict Cumberbatch und Martin Freeman. Seit 2006 ist die Welt des Meisterdetektives um eine Facette reicher. Die Autorin Nancy Springer borgte sich bekannte Charaktere aus der Baker Street und schuf die Figur Enola Holmes. Als kleine Schwester von Sherlock und Mycroft zeugt sie genauso von scharfem Verstand und durfte fortan knifflige Fälle lösen. In der filmischen Umsetzung brilliert nun Millie Bobby Brown (Stranger Things) neben Helena Bonham Carter und Henry Cavill. Es sieht so aus, als wäre dies der Beginn eines neuen Netflix-Franchise.

Darum geht es

Genau am 16. Geburtstag von Enola (Millie Bobby Brown) verschwindet deren Mutter (Helena Bonham Carter) plötzlich spurlos. Das Mädchen verständigt ihre beiden Brüder Sherlock (Henry Cavill) und Mycroft (Sam Claflin). Während Sherlock durchaus beeindruckt vom Auffassungsvermögen seiner kleinen Schwester ist, möchte Mycroft sie in ein Internat stecken, damit sie richtige Umgangsformen lernt. Die ungewöhnliche häusliche Erziehung der Mutter ist Mycroft ein Dorn im Auge.

Enola entschließt sich zu fliehen und sich auf die Suche nach ihrer Mutter zu begeben. Diese hat nämlich Spuren hinterlassen. Auf der Flucht trifft sie auf den ebenfalls abgehauenen Viscount Tewkesbury (Louis Partridge). Als sie erfährt, dass dessen Leben in Gefahr ist, beschließt sie, die Suche nach der Mutter aufzuschieben und dem jungen Adeligen zu helfen.

Bald muss Enola erkennen, dass sie etwas Großem auf der Spur ist und ihre Mutter einige Geheimnisse vor ihr hatte.

Die Leidenschaft für Rätsel liegt in der Familie

Kommentar

Millie Bobby Brown ist mitreißend. Indem sie sich in ihrer Rolle mit verschmitzten Blick direkt an das Publikum wendet, können wir gar nicht anders, als mit ihr auf die Reise zu gehen. Enola Holmes erzählt vom erwachsen werden eines Mädchens, dass auf der Suche nach sich selbst ist und dabei von einem Abenteuer ins nächste stolpert. Aber nicht nur. Im Hintergrund werden die gesellschaftspolitischen Themen des ausgehenden 19. Jahrhunderts behandelt. Enola möchte nicht bloß brave Dekoration in der Gesellschaft sein, wie es der Plan ihres Bruders Mycroft ist.

In Mary Poppins wird der Kampf um die Rechte der Frauen nur am Rande gesteift. Die Mutter von Jane und Michael ist im Kampf für das Frauenwahlrecht engagiert. In Enola Holmes spielt dieses Thema eine zentrale Rolle. Hier ist es ebenfalls die Mutter (großartig: Helena Bonham-Carter), die hier aber zu drastischen Mitteln greifen wird. Es ist eine spannende Kombination, die uns einen neuen Charakter präsentiert und ihn abseits von Jack the Ripper in ein historisches Setting einbettet.

Die Rätsel um Kriminalfälle kommen aber vorerst noch zu kurz. Die Fortsetzung ist schon auf Schiene und es bleibt zu hoffen, dass Enola zukünftig mehr zu tun bekommt. Potential ist auf jeden Fall vorhanden.


Enola Holmes

Krimi, 2020
Regie Harry Bradbeer
Drehbuch Jack Thome
Kamera Giles Nuttgens
Schnitt Adam Bosman
Musik Daniel Pemberton
Mit Millie Bobby Brown, Helena Bonham Carter, Herny Cavill, Sam Claflin, Louis Partridge
Länge 123 Min.
Streamingplattform
Netflix


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