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Im Kino

Nicolas Cage als Nicolas Cage. In der Persiflage Massive Talent von Regisseur Tom Gormican spielt sich der Hollywoodstar selbst. Schon einmal hat sich ein Actionheld darin versucht, sich selbst auf die Schaufel zu nehmen. In JCVD (Mabrouk El Mechri, BEL 2008) ist das Jean-Claude Van Damme äußert erfolgreich gelungen. Sowohl Cage als auch Van Damme stehen in den Filmen vor dem finanziellen Ruin. Ein Umstand, der sie in eine äußerst brenzlige Lage bringt. Die große Stärke von Massive Talent liegt allerdings darin, das Cage gemeinsam mit seinem ebenso charismatischen Partner Pedro Pascal eines der wunderbarsten Leinwandduos seit langen abgibt.

Darum geht es

Mit der Karriere von Nicolas Cage läuft es nicht mehr rund. Finanzielle Schwierigkeiten und familiäre Probleme zwingen ihn dazu, das Angebot des reichen Spaniers Javi (Pedro Pascal) anzunehmen und gegen Bezahlung auf dessen Geburtstagsfeier auf Mallorca zu erscheinen. Bald entwickelt sich eine Freundschaft zwischen den beiden, doch gleichzeitig enthüllen sich nach und nach die wahren Absichten seines Gastgebers. Cage findet sich bald in einem seiner eigenen Filme wieder.

Dabei wollte Nicolas Cage nur ausschlafen. (Massive Talent, USA 2022)

Kommentar

Digitale Verjüngung ist das reinste Grauen. Das muss an erster Stelle gesagt sein. Nicolas Cages eigenes Ich aus Wild At Heart-Zeiten spricht in The Unbearable Weight of Massive Talent, wie der Film im Original heißt, mehrmals zu ihm und diese Sequenzen sorgen doch für einige Irritation. Oder sind wir schon dabei, uns langsam daran zu gewöhnen? Auch Martin Scorsese hat in The Irishman auf diese Technik gesetzt. Allerdings wirkt Cages Gegenüber doch sehr fratzenhaft.

Nicolas Cage (seinen vorletzten Film Pig sollte man sich bei Prime Video nicht entgehen lassen), der in den vergangenen fünf Jahren in fast 20 Filmen mitgewirkt hat, ist mittlerweile ein Garant für Überraschungen. Das er sich nun selbst persifliert ist nur die logische Konsequenz, nach dem er in den letzen Jahren sein Image als Actionheld dekonstruiert hat. Die Verquickung von Gangsterkomödie und Showbusiness erinnert an Schnappt Shorty (Barry Sonnenfeld, USA 1995) und bietet Raum für allerhand Anspielungen auf Cages Karriere. Das ist durchwegs spassig und gelungen.

Das Duo Cage/Pascal ist nichts weniger als ein Glücksfall. Man sieht ihnen die Spielfreude regelrecht an. Allerdings wirkt das Ganze trotz witzigen Einfälle etwas schaumgebremst. Wirklich Spannung mag nicht aufkommen und für eine Actionkomödie gibt es einfach zu wenig Action. Der Plot ist vor allem im Umfeld der CIA-Agenten einfach blöd.

Was nicht bedeutet, dass man bei Massive Talent, der erfrischend kurz geraten ist, nicht trotzdem Spaß haben kann. Man wird nur das Gefühl nicht los, dass hier das Potential nicht voll ausgeschöpft wurde. An den Kinokassen blieb der Film hinter den Erwartungen zurück. Ein Grund mag sein, dass es sich bei so einer stargespickten Komödie um jenen Stoff handelt, mit dem uns Netflix in den vergangenen Jahren beglückt hat.


Massive Talent (OT: The Unbearable Weight of Massive Talent)
Actionkomödie, USA 2022

Regie Tom Gormican
Drehbuch Tom Gormican, Kevin Etten
Kamera Nigel Bluck
Schnitt Melissa Bretherton
Musik Mark Isham
Mit Nicolas Cage, Pedro Pascal
Länge 107 Min.
Im Kino


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