The Reel Therapist  – Oscars

Das Jahr war wie kein anderes zuvor und die diesjährige Oscars Gala in der Nacht von Sonntag auf Montag wird sich uns so präsentieren, wie wir es noch nie gesehen haben. Das Produzentinnentrio Stephen Soderbergh, Stacey Sher und Jesse Collins lässt keinen Stein auf dem anderen: Das Dolby Theatre ist nicht mehr der Hauptaustragungsort, sondern die Los Angeles Union Station und deren Umgebung. Es wird Live-Schaltungen nach London und Paris geben. Soderbergh verspricht einen Film, in dem zufällig die Oscars vergeben werden. Netflix, vor wenigen Jahren noch Schreckgespenst, ist mit gleich 35 Nominierungen vertreten.

In der Kategorie Bester Film sind diesmal nur acht Filme vertreten. Wobei es eines der seltenen Jahre ist, in denen die Entscheidung so gut wie fix zu sein scheint. Das Gleiche gilt für die Beste Regie. Hier sind erstmalig zwei Frauen nominiert. Eine davon wird wohl mit mehr als nur einem Oscar nach Hause gehen. Die Academy gibt sich in diesem Jahr so divers wie noch nie. Das betrifft vor allem sämtliche Schauspielkategorien. Spannend bleibt vor allem die Kategorie Beste Hauptdarstellerin.

Sound Editing und Sound Mixing wurden zur Kategorie Sound verschmolzen, obwohl beides etwas komplett anderes ist, was aber kaum jemand je verstanden hat. Das Pandemiejahr hinterlässt am ehesten noch seine Spuren in der Kategorie Visual Effects. Hier sind für gewöhnlich die Blockbuster vertreten. Bekanntlich gab es 2020 mit Christopher Nolans Tenet nur einen.

Die Darbietungen der fünf nominierten Songs werden uns auch heuer garantiert nicht erspart bleiben. Sie wurden nämlich bereits auf dem Dach des noch immer nicht eröffneten Academy Museum of Motion Pictures voraufgezeichnet.

David Finchers Mank führt mit 10 Nominierungen das Feld an und wird am Ende wohl zu den großen Verlierern gehören. Was vermutlich nicht viele stören wird. Immerhin wurde der Film von der Academy berücksichtigt. Filme wie First Cow haben unverständlicherweise erst gar keine Anerkennung erfahren.

Da uns in diesem Jahr nichts anderes übrig bleibt, als die Verleihung daheim vom Sofa aus mitzuverfolgen, sind Tipps zum Wachbleiben heiß begehrt. Ganz klar bevorteilt sind jene, die sich die Bügelwäsche der letzten Wochen oder Monate (es ist nicht zu erwarten, dass die Oscars heuer viel kürzer ausfallen wird) aufgespart haben.


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