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Ist der Ruf erst ruiniert … das Suicide Squad ist uns aus der Verfilmung aus dem Jahr 2016 nicht in bester Erinnerung. Über ihren Ruf muss sich dieses üble Pack rund um die Kultfigur Harley Quinn jedoch wahrlich keine Gedanken machen. Hier versammeln sich ohnehin die fiesesten Kriminellen des DC Comic-Universums. Kaum zu glauben, alles was beim ersten Versuch schief ging, gelingt hier. Es wird böse, witzig und so richtig blutig. Regisseur James Gunns Sinn für archaische Gewalt und derben Humor sorgt dafür, dass wir uns bald nur mehr an sein THE Suicide Squad erinnern werden.

Darum geht es

Die mysteriöse Task Force X unter der Leitung von Amanda Waller (Viola Davies) rekrutiert einen bunten Haufen Superbösewichte in einem Hochsicherheitsgefängnis und setzt ihn vor der Küste eines (beliebigen) Inselstaates ab. Es gilt das ehemalige Nazi-Gefängnis und nunmehrige Labor Jotunheim in der Hauptstadt zu zerstören. Bloodsport (Idris Elba) führt die Truppe widerwillig an. Harley Quinn (Margot Robbie), Col. Rick Flag (Joel Kinnaman), Peacemaker (John Cena), Polka-dot Man (David Dastmalchian), King Stark (Steve Agee) und Ratcatcher 2 (Daniela Melchior) machen es ihm allerdings alles andere als leicht. Es ist ein unberechenbarer Haufen, der sich selbst kaum unter Kontrolle halten kann. Am Ziel angekommen, müssen sie feststellen, dass man ihnen daheim wesentliches verschwiegen hat.

Es ist groß, es ist böse und es ist bunt, was da durch die Wand kommt.

Kommentar

Superheldenfilme stehen wieder zur Diskussion. Die Befürchtung, dass die Studios mehr den je auf Filme setzen, die einem möglichst großen Publikum gefallen (müssen), ist sicher nicht unbegründet. Gleichzeitig sollen kleinere Produktionen direkt über diverse Streamingdienste vertrieben werden. Die letzten Monate haben gezeigt, dass dies funktioniert. Gespannt wartet man auf zahlreiche Blockbuster, die seit über einem Jahr zurückgehalten werden. Wenn sie dann endlich starten, werden sie nicht selten zeitgleich auf anderen Kanälen vermarktet. Zumindest Disney und Warner Bros. tun dies bereits. Was das für das Kino als ganzes bedeutet, können wir heute noch gar nicht ermessen.

Hierzulande ist The Suicide Squad derweilen ausschließlich im Kino zu bestaunen und da ist er auch bestens aufgehoben. Ist das neueste Abenteuer von DC Comics doch eine erfrischende Abwechslung im Superheldeneinerlei. James Gunn konnte sich nach Herzenslust austoben. Am Ende stand in den USA ein R-Rating und bei uns eine Altersfreigabe ab 16 Jahren. Freunde des Splatterfilmes werden ihre große Freude haben. Es fliegen Köpfe, es werden Körper in der Mitte zerteilt und Gliedmassen zuhauf abgetrennt, untermalt von gschmackigen Soundeffekten. Die Boshaftigkeit der Charaktere schlägt sich im derben Humor nieder. Selbst visuell hebt sich der Film Dank der Imaginationskraft des Regisseurs von der Konkurrenz ab.

Der überhöhte Stil folgt dem dunklen Wesen der Protagonistinnen. Bereits die Eröffnungssequenz ist fulminant und führt uns in die Irre. Das Tempo bleibt den gesamten Film über hoch. Naturgemäß steuert die Handlung auf das obligatorische Finale zu. Es wirkt aber weniger aufgesetzt, als bei den Marvel Filmen. The Suicide Squad ist auch etwas kürzer. Dass man während der Schlusssequenz nicht die Orientierung verliert, ist ebenfalls ein großer Verdient des Regisseurs. Da geht es nämlich tatsächlich drunter und drüber. An dieser Stelle muss auch das großartige Stuntteam erwähnt werden.

Ein irritierend hässliches menschengroßes Wiesel, ein Wesen halb Hai halb Mensch, das für sein Leben gerne isst, was ihm gerade in die Quere kommt, auch wenn es ein Teammitglied ist und eine Ratte, die stets freudig winkt. Das ist alles ganz schön grotesk und albern. Dass bei all dem auch noch Platz ist, um nebenbei eine politische Botschaft anzubringen, die das (Anti-)Heldentum gar in Frage stellt, anstelle die US-Flagge wehen zu lassen, fügt sich gut zusammen und macht aus dieser Comicverfilmung auf jeden Fall eine der sehenswerteren.

The Suicide Squad
Comicverfilmung, USA 2021

Regie James Gunn
Drehbuch James Gunn
Kamera Henry Braham
Schnitt Fred Raskin
Musik John Murphy
Mit Margot Robbie, Viola Davies, Joel Kinnaman, Idris Elba, Daniela Melchior, David Dastmalchian, John Cena


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