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Auf DVD erhältlich

Zwei Jahre nach seinem gefeierten Durchbruch Thunder Road ist Regisseur und Drehbuchautor Jim Cummings zurück mit einem Film, der sich nicht recht zwischen Komödie und Horrorfilm entscheiden kann. Nichtsdestotrotz: The Wolf of Snow Hollow ist ein stimmiger Werwolf-Film inmitten der wunderschönen winterlichen Landschaft Utahs geworden und der letzte Auftritt des großartigen Robert Forster.

Darum geht es

Der Wintersportort Snow Hollow wird von einer Mordserie in Atem gehalten. Rund um eine Vollmondnacht werden bestialisch verstümmelte Frauenleichen gefunden. Der gesundheitlich angeschlagene Sheriff Hadley (Robert Forster) rückt mit seiner Mannschaft aus, um den Täter auszuforschen. Bald wird ihm die rohe Gewalt, mit der der Mörder vorgeht zu viel und sein Sohn Officer Marshall (Jim Cummings) übernimmt gemeinsam mit seiner Kollegin Officer Robson (Riki Lindhome). Hinweise deuten auf eine tierähnliche Kreatur hin. Marshall will das nicht so recht glauben, bis er selbst Zeuge eines Angriffs wird.

Robert Foster in seiner letzten Filmrolle als alternder Sheriff.

Kommentar

Der Werwolf ist ein 2000 Jahre alter Mythos, der immer wieder die Fantasie der Menschen beflügelt hat. Die Liste der Werwolf-Filme ist lang. Kaum ein Jahr vergeht, in dem nicht ein neuer Film veröffentlicht wird. The Wolf of Snow Hollow reiht sich auf jeden Fall unter die besseren Vertreter des Genres ein.

Schon von den ersten Einstellungen im Vorspann an (Kamera: Natalie Kingston) trägt die Winterlandschaft einen großen Teil zur Atmosphäre der Filmes bei. Die Tage sind kurz, der Himmel wolkenverhangen und der Schnee blutgetränkt. Die Kälte ist richtiggehend spürbar. In der Mitte ist Jim Cummings‘ charismatischer Charakter, in dem er seine Rolle als Polizist mit persönlichen Problemen aus Thunder Road weiterführt. Die Ausarbeitung seiner Charaktere ist die große Stärke von Cummings. In Rückblenden erfährt man von seiner Alkoholsucht und in der Gegenwart macht ihm seine Ex-Frau und die Tochter zu schaffen. Dies alles sehen wir nur aus der männlichen Perspektive und Gedanken darüber, in wie weit seine Situation selbstverschuldet ist, kommen erst gar nicht auf. Das macht The Wolf of Snow Hollow zu einem sehr männerdominierten Film und macht bis hierher auch nichts (Wobei seine Partnerin Lindhome ihre Momente hat). Der Twist am Ende verändert diese Sichtweise drastisch: Der Werwolf als Symbol männlicher Gewalt gegen Frauen.

The Wolf of Snow Hollow ist stilistisch ausgeprägter als der Vorgängerfilm Thunder Road. Es ist nur so, dass die Pointen für eine Komödie rar sind und gegen Ende wird es zu knapp. Man hätte gerne mehr über Officer Marshall erfahren. Es bleibt aber Zeit für eine letzte Ehrerbietung für Robert Forster, der bereits ein Jahr vor der Veröffentlichung des Films starb.

Fans werden von Cummings neuem Film vermutlich mehr erwartet haben aber es ist ein solider Horrorfilm geworden, der mit Charakteren, denen wir gerne zusehen und einem spannenden Ende aufwarten kann.


The Wolf of Snow Hollow
Horror-Komödie, USA 2020


Regie Jim Cummings
Drehbuch Jim Cummings
Kamera Natalie Kingston
Musik Ben Lovett
Mit Jim Cummings, Robert Foster, Riki Lindhome, Chloe East
Länge 83 Min.


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